12.12.23 Schlauchen, Hefe sieben, Gärbottich reinigen, Tankreinigung

Von | 12. Dezember 2023

Püntlich um 06.30 Uhr starten wir mit der Tagesinfo von Urs hinter der Waschmaschine. Danach gehe ich mit Zeno zu den Gärbottichen. Er hat schon mit dem Schlauchen begonnen und die Kräuse mit einer überdimensionierten Kelle abgeschöpft. Hier wird noch das echte Schlauchen praktiziert. Aus dem Auslauf vom Gärbottich 8 wird das Bier vom ersten OG über Schläuche und Leitungen in das zweite UG in den Keller 3 geführt in zwei Tanks. Durch das Gefälle der Leitungen kann das ohne Pumpen geschehen. Ein Durchflussmesser zeigt die Menge und Leistung an. Die Leistung kann unterschiedlich sein. Dies ist abhängig von dem Standort der Tanks (Länge der Leitung) und ob der Tank am Boden ist oder darüber.
Da es ca. 127 Hektoliter an Bier hat, wird es gleichmässig auf 2 (100 hl) Tanks aufgeteilt. Das ganze dauert ca. 2 1/2 Std.
Ist alles Bier aus dem Gärbottich im Schlauch, wird mit Wasser nachgeschoben, damit auch alles Bier in den Tank geführt wird. Danach wird die Leitung noch mit etwas mehr Wasser nachgespült. Im 2. OG wird nun die Hefe mit einem Schaber vom Boden gelockert und dem Auslauf zugeführt. Da Benjamin für die zwei heutigen Sude noch Hefe benötigt, nimmt er 7 Kessel (ca 70 kg) Hefe gleich ab dem Bottich und gibt es dem neuen Sud bei.

Auslauf und Reinigung der Hefe
Die Hefe fliesst in einen Behälter beim Auslauf, wo er via Schlauch und Pumpe direkt über eine Siebvorrichtung in den Hefetank läuft.


Nun geht es an die Reinigung des Bottichs.

Kurz vor dem Mittag löse ich Gabri ab, damit er Pause machen kann. Nun gilt es Harassen aufzulegen, welche dann von den Flaschen befreit werden, welche über die Waschmaschine zum Füller laufen. Eine einfache Sache, welche ich mir durchaus zutraue. Beim Auflegen aber gleichzeitig noch alles Fremdflaschen auszusortieren und noch ungeöffnete Flaschen zu öffnen ist aber dennoch etwas fordernd. Gut gibt es noch den Flascheninspektor, welcher diejenigen welche ich nicht erwische noch aussortiert. Souverän meistere ich auch das das Entstapeln von Doppelpaletten mit der Ameise.

Nach dem Mittag werde ich wieder von Udo gefordert. Er traut mir vieles zu, fragt aber immer ob ich das machen will. Und da ich keine Arbeit ablehne, und auch möglichst viel erleben will vergeht die Zeit im Nu. Er schickt mich in den Lagerkeller um nach dem Wechsel von Lager auf Amper den Schlauch von dem Verschneidebock hin mit Wasser zu spülen. Er sagte ich könne nichts falsch machen, aber auf dem Weg dorthin fallen mit etwa 10 Möglichkeiten ein, was ich alles falsch machen könnte. Trotzdem hats geklappt. Vielleicht liegts eher an den genauen Anweisungen als an meinem Geschick. Und ich habe schon weiter gedacht und alles vorbereitet um den Tank auszuspritzen und vor der Hefe befreien. Heute hatte ich gefühlte 200 mal den ho chi minh Pfad beschritten. Einmal bücken und einmal gleichzeitig bücken und drübersteigen geht nun schon deutlich schneller als gestern. Nun geht es an die Reinigung des gestern ausgespritzen Bodentanks. Scotch, Zwickelbürste, Auslaufbürsten werden bereitgestellt und im Kessel wird ein saurer Reiniger mit heissem Wasser aufgelöst. Zuerst wird die Vorderseite des Tanks aussen gereinigt und mit den Bürsten jede Öffnung durchgeschrubbt. Meine Bedenken, ob ich da reinkomme und vor allem wieder raus, zuerstreut Udo ganz schnell. Also wage ich es auch, und tatsächlich bin ich schon drin. Dann muss es auch wieder die Möglichkeit geben rauszukommen. Im Innern werden zuerst die Vorder- und Rückseite geschruppt mit Scotch und Stiel, dann mit fliessenden Bewegungen jeweils von der Mitte zur Mitte und dann auf der anderen Seite. Anschliessend noch mit Wasser abschwallen und danach wird der Tank noch desinfiziert.

so sieht es aus, wenn der Profi Udo den Tank reinigt. Auf das Video wie ich das mache, verzichte ich lieber.

Das ist eine Probenahme-Spirale. Durch den reduzierten Druck fliesst nicht nur Schaum aus dem unter Druck stehenden Tank sondern Bier. Er wird am Zwickel angehängt und das ist nun ein echtes Zwickelbier.Das ist eine Probennahme-Spirale, welche am Zwickel angehängt wird. Das ist ein echtes Zwickelbier

Dann ist die Separation beendet und ich versuche mich an der Reinigung mit Rückspülung zuerst mit Heisswasser und dann mit Lauge. Zwischendurch darf ich den Amber Tank ab Verschneidebock selber abhängen, den Schlauch zurückspülen und den Tank über den Zwickel entlüften, nachdem ich den Stickstoffhahn geschlossen habe. Wieder zurück bei der Filtration wird der Nachfilter geöffnet und die Filterplatten werden entsorgt. Die werden jeweils nach ca. 1000 hl gewechselt und sind zu Beginn weiss.

Als wir die neuen Filter holen wollen, ist Rita gleich dabei aus Bier in Harassen 8 er Kartons zu erstellen. Udo bietet Rita gleich meine Hilfe an, welche ich natürlich auch gleich übernehme. Kartons aufstellen geht ja noch flott, das Anheben der Flaschen auch, nur mit dem Einsetzen in den Karton hapert es noch etwas.

Die Hebevorrichtung von gleichzeitig 8 Flaschen ist ein Eigenbau von Urs. Eine tolle Vorrichtung, welche die Finger schont, da die Spitzen der Kronkorken zu offenen Händen führen kann.

Dann wieder zurück in die Filtration und nun die Schläuche umhängen und zuerste mit frischer Lauge und dann mit Heisswasser spülen und schon ist der Tag vorbei,

Erkenntnisse
– Die genaue Arbeitsweise von Zeno in seinem Reich hat mir imponiert. Wo er gereinigt hat, sind mit Sicherheit keine Mikroorganismen mehr vorhanden. Da kann man buchstäblich vom Boden essen.
– Ich denke für den zweiten Tag habe ich mich im Lagerkeller nicht so doof angestellt.
– Vor der Tankreinigung von innen hatte ich doch grossen Respekt. Es ging aber leichter durch das enge Loch reinzukriechen als erwartet. Ich fühlte mich nicht unwohl drin. An den Dynamik beim Rausklettern ist noch Luft nach oben

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